Zum Weltaidstag am 1.12.2009 erklärt die Juso-Landesvorsitzende Anne Knauf: Berlin ist das einzige Bundesland, in dem nichtstaatliche Organisationen kein Mandat für die zielgruppenspezifische Präventionsarbeit mit Jugendlichen haben.
Nichtstaatliche Projekte zur Prävention von HIV/Aids werden nur unzureichend oder überhaupt nicht vom Land Berlin finanziert. Zuständig sind in diesem Bereich die Zentren für sexuelle Gesundheit, die aber mit zum Teil überkommenen Ansätzen arbeiten oder ihrer Aufgabe nur ungenügend nachkommen. Obwohl der Koalitionsvertrag insbesondere die Prävention von jungen Homosexuellen sowie schwulen und bisexuellen Migrant/innen erwähnt, trägt das Land dieser Notwendigkeit nicht Rechnung.
Die Jusos Berlin fordern eine breite Regelfinanzierung von nichtstaatlichen Projekten, die zielgruppenspezifische Prävention im Bereich HIV/Aids anbieten. Initiativen wie die Berliner Aidshilfe e.V. tragen durch zeitgemäße Ansätze wie Peer-Education sowie Fortbildungen von Multiplikator/innen (Lehrer/innen, Sozialpädagog/innen, Mitarbeiter/innen von Vereinen und Verbänden) wesentlich dazu bei, Präventionsinhalte in möglichst vielen sozialen Kontexten zu vermitteln. Damit wird eine Sensibilisierung für den Bereich der sexuellen Gesundheit in allen Lebensbereichen von Jugendlichen und jungen Erwachsenen geschaffen.
Prävention bedeutet mehr als nur körperliche Gesunderhaltung, sondern hat immer auch ein emanzipatives Element. Denn nur eine umfassende und zielgruppenabgestimmte Aufklärung über Risiken und Schutzmöglichkeiten schafft die Basis für selbstbestimmtes und verantwortliches Handeln. Nur wer sich selbst zu schätzen und zu schützen weiß, ist auch in der Lage, andere zu schützen und zu respektieren.
Am 1. Dezember ist Weltaidstag. Alljährlich rückt mit diesem Tag das Thema HIV und Aids für kurze Zeit ins öffentliche Bewusstsein. Nichtsdestotrotz verzeichnet das Robert-Koch-Institut seit 2001 steigende Infektionsraten. Jährlich stecken sich in Deutschland ca. 3.000 Menschen neu mit HIV an. Besonders betroffen davon sind Großstädte und Ballungszentren wie Berlin. Darunter befinden sich wiederum immer mehr junge Leute. Umso notwendiger erscheint daher eine umfassende und effektive Präventionsarbeit.